Wer bin ich?
Eine mögliche Antwort darauf
Vor ein paar Tagen wurde mir ein Buch überreicht. Den Autor kannte ich bereits von einem seiner anderen Bücher, dass ich vor vielen Jahren gelesen hatte, aber dessen tiefere Botschaft mir damals verborgen blieb.
Das Buch, dass ich nun in meinen Händen halte, trägt den Titel „Überraschung im Café am Ende der Welt“. Genauso überraschend, wie das Buch in mein Leben kam, offenbart sich mir dessen Inhalt Stück für Stück.
Wer bin ich? Diese Frage stellt der Autor in seinem Buch. Und diese Frage bewegt sich auch schon länger in mir, ohne recht eine Antwort darauf gefunden zu haben. Im Buch spricht der Autor vom Erschaffen von Kurzgeschichten in zwei Akten. Der erste Akt ist eine Entscheidung, die man trifft, der zweite Akt ist die Realität, die man mit dieser Entscheidung erschafft. Diese beiden Akte führen zu der Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“.
Es ist wie das einsammeln von Puzzleteilen, ein Entwicklungsweg, den ein jeder mit jeder Entscheidung beschreitet und der nur Schritt für Schritt begangen werden kann, anstatt, wie der Verstand es gerne hätte, mit nur einem hastigen großen Schritt. Denn morgen und in zeitloser Zeit treffe ich eine neue Entscheidung, die mein Bild von mir und meine Realität neu erschafft. Jedes Puzzleteil, dass sich mit jeder Entscheidung in das entstehende Gesamtbild einfügt, formt nach und nach die Antwort, wer man ist und wer man mal war, bevor man eine neue Entscheidung getroffen hat. Am Ende der eigenen Lebensreise hat man vielleicht alle Puzzleteile eingesammelt und alle Facetten vom Ich freigelegt, so dass Ich nun als Gesamtwerk vor mir liege und sich mir mein tieferer Sinn gänzlich offenbart.
Die Frage „Wer bin ich?“ hat mich in den letzten Jahren auch immer wieder zu der Frage geführt, „Wer möchte ich sein?“. Der Autor stellt die Frage „Was macht mich aus?“. Für mich geht es bei beiden Fragen darum einen tieferen Blick auf sich und seine Handlungen zu werfen und tief in sich hinein. Bewusstheit darüber zu erlangen, was man tut, wie und warum man reagiert und agiert wie man es tut. Hat man die Frage für sich ergründet, fühlt sich für mich als nächster Schritt die Annäherung an die Frage an, ob man weiterhin so handeln möchte wie bisher, oder neue Handlungswege beschreiten möchte, die vielleicht mehr dem eigenen Sein entsprechen und ein neues Puzzleteil auf die Frage liefer, wer ich bin und wer ich sein möchte, bis hin zur nächsten Frage, wie und was von mir ich in die Welt geben möchte und mit ihr teilen. Bewusstheit über die eigenen Schatten und die eigenen Gaben erscheint mir als Teilschritt auf dem Weg eine Möglichkeit zu sein, um den Verstand von seiner Vorstellung abzubringen, er müsse jetzt sofort das Gesamtbild kennen, um sich dem Prozess hingeben zu können.
Wer bin ich? Ich bin eine Reisende, die sich eine Auszeit nimmt, um neue Facetten in sich zu erkennen und ihren Entwicklungsweg mit anderen zu teilen.
Es hat etwas unglaublich schönes und friedliches, mir zu erlauben die Siebenmeilensneaker auszuziehen und stattdessen in gemütlichen Schlappen den Weg zu erschlendern.


