Feenbriefkasten
Eine Geschichte über Achtsamkeit und von Wundern
Vor mehr als einem Jahr, war ich mit einer Freundin bei einer Art spirituellen Messe. Für den Energieausgleich eines Eintrittspreises erhielten wir die Teilnahme an allen Vorträgen. Wir hatten uns im Vorfeld die Vorträge herausgesucht, denen wir beiwohnen wollten. Unter ihnen war eine Frau, die in tiefer Verbundenheit mit der Natur lebt und uns einen Einblick in ihr Wirken und Sein in und mit der Natur und wie sie dieses interessierten Menschen, innerhalb von Wochenenden in ihrem heimischen Wald, näher bringt.
Ehrlicherweise ist nicht mehr viel von ihrem Vortrag in meiner Erinnerung haften geblieben, außer ihre Erzählungen von Feenbriefkästen. Feen was?, magst du nun vielleicht denken und irgendwie habe ich das damals auch gedacht, gepaart mit einer Faszination, dass es so etwas wundersam schönes auf unserer Mutter Erde geben könnte.
Einen Feenbriefkasten beschrieb diese imposante Frau als einen Ast, der von einem Baumstamm abgeht und sich teilt, um sich im weiteren Verlauf seiner Wachstumsreise wieder zu vereinen. Zwischen Teilung und Wiedervereinigung ist ein Loch entstanden. Bei diesem Loch handelt es sich um einen Feenbriefkasten, so erzählte uns die Frau. Und da wir in einer Welt voller Zauber und Wunder leben, die nicht für jedermann sichtbar ist, kann man durch dieses sichtbare Wunder, so berichtete die Naturliebhaberin weiter, das Wunder der Wunscherfüllung erfahren. Dafür braucht es lediglich einen Stein, auf den man einen Wunsch energetisch überträgt und dann braucht man diesen Stein, der seinen Wunsch beheimatet, nur noch durch den Feenbriefkasten zu werfen und Wunder geschehen lassen.
In den darauffolgenden Monaten wirkte dieser Feenbriefkasten in mir nach. Ich dachte nicht häufig an ihn und ich war auch nicht verbissen auf der Suche nach einem solchen Feenbriefkasten, denn ich weiß um die Schöpferkraft unserer eigenen Gedanken und doch hielt ich ab und zu, wenn ich im Wald spazieren ging, nach einem solchen Briefkasten Ausschau. Bisher hatte ich keinen entdeckt, also dachte ich mir, dass so ein Feenbriefkasten eine Seltenheit zu sein scheint, was dessen Magie für mich erhöhte.
Nun sitze ich seit genau 10 Tagen in Mexico immer wieder auf der Terrasse meiner Unterkunft, blicke auf ein Beet aus bunt leuchtenden Pflanzen und wild wachsenden Bäumen, die sich an der dahinterstehenden Mauer empor und entlang hangeln. Ein Baum fiel mir gleich mit seinem besonderen Wachstum auf und mein Blick wanderte oft zu ihm, nicht zu letzt, weil er direkt in meinem Blickfeld steht, wenn ich auf der Terrasse sitze.
Vor zwei Tagen telefonierte ich mit der Freundin, mit der ich auch die Messe besucht hatte und mein Blick wanderte wieder zu diesem Baum. Auf einmal und endlich sah ich den Feenbriefkasten, der schon die ganzen Tage vor mir lag und rief laut aus, dass hier ein Feenbriefkasten sei. Wir freuten uns beide wie kleine Kinder und in dem Moment fiel mir erst wieder richtig bewusst ein, dass der Hund, der mit mir hier auf diesem Grundstück lebt, mir vom ersten Tag an nahezu täglich Steine bringt und sie mir vor meine Füße auf die Terrasse legt, noch ein bisschen neben mir verweilt und dann wieder geht. Was mich all die Tag etwas verwundert hatte, entfaltete nun seinen tieferen Sinn. Dieser wundervoll sanfte Hund, offenbarte sich als ein Wunscherfüllungsgehilfe für mich.
Ich begann Wünsche niederzuschreiben und staunte freudig, dass kein einziger materieller Wunsch auf meiner Wunschliste stand. Vor einigen Jahren hätte meine Wunschliste noch ganz anders ausgesehen, doch irgendetwas in mir hatte sich, sichtbar gemacht durch meine Wunschliste, zurecht gerückt und eine neue Vorstellung von der Essenz des Lebens außerhalb von Materie erkannt.
Immer dann, wenn mir mein Wunscherfüllungsgehilfe nun Steine vor meine Füße legt, danke ich ihm von Herzen für seine Unterstützung und wähle, je nach Steinanzahl, einen oder mehrere Wünsche von meiner Wunschliste aus, übertrage diese Wünsche energetisch auf den Stein und übergebe ihm dem Feenbriefkasten und lasse Wunder geschehen.





Schön, danke!